Schnelle Hilfe bei schweren Lagen: „Big Lift“-Workshop in Rodenberg stärkt Autobahn-Feuerwehren

Schnelle Hilfe bei schweren Lagen: „Big Lift“-Workshop in Rodenberg stärkt Autobahn-Feuerwehren

Schwere Verkehrsunfälle mit LKW-Beteiligung, landwirtschaftlichen Geräten oder in der Industrie stellen Einsatzkräfte regelmäßig vor komplexe technische und taktische Herausforderungen. Insbesondere bei sogenannten Unterfahrunfällen, bei denen ein PKW unter einen LKW gerät, zählt jede Minute. Diese Einsatzlagen passieren auf der Bundesautobahn 2, gerade in unserem Streckenabschnitt, nicht selten. Daher fand in Rodenberg ein intensiver Workshop zum Thema „Big Lift“ statt. Als Ausbilder fungierte Thomas Siekaup, ein erfahrener Instruktor von Heavy Rescue Germany.

Veranstaltet wurde die Schulung mit klarem Fokus auf Feuerwehren die durch ihre Nähe zur Autobahn häufig im Bereich der schweren technischen Hilfeleistung tätig sind. Entsprechend nahmen auch Feuerwehren außerhalb der Samtgemeinde Rodenberg teil, um unsere Fähigkeiten in der schweren technischen Hilfeleistung zu synchronisieren und die Zusammenarbeit auf der Autobahn zu stärken.
Diese Szenarien sind hochkomplex, bedürfen einem hohen Maß an technischem Verständnis und machen gezielte Absprachen in der Einsatztaktik unerlässlich.

Ziel: Schnelles und sicheres Anheben großer Lasten

Im Zentrum des eintägigen Workshops stand das sogenannte „Big Lift“-Konzept. Ziel ist es, mit spezifischen Einsatzmitteln – insbesondere eines Rüstwagen (RW) & ergänzend eines Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeugs (HLF) – innerhalb kürzester Zeit große Lasten, wie beispielsweise einen verunfallten LKW, kontrolliert anzuheben. Ein solches Fahrzeug soll um bis zu 40 Zentimeter angehoben werden, um ausreichend Raum für eine patientenschonende Rettung zu schaffen.

Fundierte Theorie als Grundlage

Der rund zweistündige Theorieblock vermittelte zunächst die notwendigen Grundlagen. Dabei wurden typische Unfallmechaniken bei Bus- und LKW-Unfällen analysiert und Strategien zur schnellen Lageeinschätzung vorgestellt. Ein besonderer Fokus lag auf der realistischen Gewichtsberechnung – ein entscheidender Faktor für die Wahl der richtigen Hebemittel und Taktik.

Weitere Themen umfassten:

  • Unterschiede zwischen Heben und Ziehen
  • Sicheres Unterbauen
  • Taktische Abläufe im Sinne eines „Standardeinsatzes“
  • Optimale Mannschaftsstruktur und Geräteeinsatz

Zentraler Bestandteil des Vortrags waren die fünf Stufen des „Big Lift“:

  1. Erkundung
  2. Last sichern
  3. PKW absenken
  4. Last anheben
  5. Retten

Diese strukturierte Vorgehensweise soll helfen, Einsätze effizient und vor allem sicher abzuarbeiten.

Sechs Stunden Praxis unter realistischen Bedingungen

Im anschließenden Praxisteil über einen Zeitraum von rund sechs Stunden wurde unteranderem ein realistischer Heck-Unterfahrunfall simuliert. Schritt für Schritt arbeiteten die Einsatzkräfte die fünf Stufen des „Big Lift“ ab – von der ersten Erkundung bis zur abschließenden Rettung.

Besonders herausfordernd zeigte sich dabei die Dynamik großer Lasten in erhöhter Position. Bereits geringe Bewegungen können zu Instabilitäten führen, weshalb das Setzen geeigneter Ankerpunkte sowie das Verständnis für seitliche Kräfte eine zentrale Rolle spielten. Ebenso wurde deutlich, wie entscheidend die richtige Wahl von Unterbau und Hebepunkt für den Einsatzerfolg ist.

In den letzten Jahren konnten durch Neu- und Ersatzbeschaffungen entsprechende Gerätschaften zur Bewältigung solcher Einsatzlagen beschafft werden.
Unsere Ausbildung & die Einsätze zeigen regelmäßig die Sinnhaftigkeit der Beschaffungen.

Praxisnahe Ausbildung mit hohem Mehrwert

Die Rückmeldungen der Teilnehmer fielen durchweg positiv aus. Besonders hervorgehoben wurde der hohe Praxisanteil sowie die klare, taktische Struktur des Konzepts. Der Workshop zeigte eindrucksvoll, dass durch effektive Absprachen und Handlungssicherheit eine zeitsparende Rettung möglich ist.

Mit Veranstaltungen wie dieser leisten die Feuerwehren einen wichtigen Beitrag zur Erhöhung der Einsatzsicherheit und zur Professionalisierung der technischen Hilfeleistung – insbesondere auf der stark frequentierten Autobahn 2 und den umliegenden Landstraßen in unserer Region.

Abschließend möchten wir uns beim Tiefbauunternehmen Tauber für die Bereitstellung ihres Geländes und des schweren technischen Gerätes bedanken.

Alarmübung Tiefbauunfall

Alarmübung Tiefbauunfall

Übung Tiefbauunfall auf dem Baugrundstück der neuen Liegenschaft des THW Ortsverbandes Stadthagen

Am 28. März wurden Einsatzkräfte der Feuerwehren Stadthagen und Rodenberg sowie des THW Ortsverbandes Stadthagen um 07:43 Uhr durch die Integrierte Regionalleitstelle (IRL) Schaumburg/Nienburg in die Dülwaldstraße alarmiert. Auf dem Baugrundstück der neuen Liegenschaft des THW OVs Stadthagen wurde ein Tiefbauunfall mit verschütteter Person simuliert.

Die Zusammenarbeit mit dem THW OV Stadthagen ist in diesem Bereich seit vielen Jahren eng und eingespielt. Gerade bei Tiefbauunfällen ist die Bündelung von Material, Personal und Fachwissen entscheidend, da für solche Einsatzlagen umfangreiches Material, Technik und abgestimmte Abläufe benötigt werden. Auch die Feuerwehr Stadthagen unterstützte die Übung tatkräftig mit ihren Kräften, wobei sich die sehr gute und professionelle Zusammenarbeit auch unter den erschwerten Bedingungen durch Regen in einer echten „Schlammschlacht“ eindrucksvoll bewährte.
Das Szenario war bewusst anspruchsvoll gestaltet: In der Übungsgrube befand sich ein Baggerarm, der den Zugang zur verschütteten Person zusätzlich erschwerte. Der Rettungsverbau musste daher mittels Rettungstafeln und pneumatischen Stützen eng um dieses Hindernis herum aufgebaut werden – eine realitätsnahe Herausforderung, die präzise Handgriffe und eine saubere Abstimmung zwischen den Organisationen erforderte.

Trainiert wurden unter anderem die Absicherung der Einsatzstelle, sowie Aussteifmaßnahmen und die patientenorientierte Rettung unter beengten Bedingungen. Die Übung bot allen Beteiligten die Möglichkeit, Abläufe zu festigen und die Zusammenarbeit weiter zu vertiefen.
Gegen 12:00 Uhr war die Übung inklusive Rückbau abgeschlossen und die Einsatzbereitschaft wieder vollständig hergestellt. Zum Abschluss folgte ein gemeinsames (spätes) Frühstück im THW Ortsverband, bei dem die Eindrücke und Erkenntnisse ausgetauscht wurden.
Ein Dank gilt zudem der DRK-Rettungswache in Stadthagen und der Firma Tarak-Gerüstbau die uns für die Übung ihre Parkflächen unkompliziert zur Verfügung gestellt haben. Ebenso bedanken wir uns bei der Übungsleitung und den Organisatoren: Raven Janson, Steffen Heine und Felix Blohm (THW Stadthagen) sowie Christian Rector und Stefan Kommerein (Feuerwehr Rodenberg).

– Kooperation, die trägt – im Alltag und im Einsatz –

https://www.thw-stadthagen.de/aktuelles/aktuelle-meldungen/artikel/uebung-tiefbauunfall-auf-dem-baugrundstueck-unserer-neuen-liegenschaft

Abschlussübung „LKW anheben“

Abschlussübung „LKW anheben“

Zum Abschluss der Dienstreihe setzte unser Ortsbrandmeister ein kleines i-Tüpfelchen. Übungslage: eine Person unter Baumstamm, Auto und LKW eingeklemmt. Wir mussten sowohl den LKW mittels Rettungsstützen, als auch den PKW mit einem Multiforce Hebekissen anheben. Um den Stamm zu heben, wurde er mit dem PKW mittels mehrerer Spanngurte zu einem Paket verbunden. Alle Aktionen müssen gut aufeinander abgestimmt sein.

Alles nochmal enger und herausfordernder. Erkenntnisse: wenn kleinere Rettungsstützen zum Sichern eingesetzt werden, haben diese auch eine geringere ausfahrbahre Stützhöhe. In dem Fall kann eine vorbereitete, größere Stütze nachgesetzt werden.

Alles zu unrealistisch? Gibt’s nicht bei der Feuerwehr…

„Advanced-Seminar Tiefbauunfall“

„Advanced-Seminar Tiefbauunfall“

Praxis-Seminar zeigt lebenswichtige Maßnahmen zur Gefahrenabwehr

Der Tiefbau zählt zu den gefährlichsten Bereichen der Bauwirtschaft. Immer wieder kommt es zu schweren Unfällen durch unzureichende Abstützung von Gräben oder mangelnden Sicherheitsvorkehrungen.

Um die Retter hierfür vorzubereiten, fand am vergangenen Wochenende ein intensives Praxis-Seminar zum Thema „Sicherheit bei Tiefbauunfällen“ statt. Geleitet wurde das sogenannte „Advanced-Seminar“ von Heavy Rescue Germany, einer Organisation, die sich auf die realitätsnahe Aus- und Weiterbildung von Einsatzkräften spezialisiert hat.

Zentraler Bestandteil des Seminars war ein realitätsnahes Übungsszenario: ein Grabenunfall mit eingeklemmter Person – eine Gefahrensituation, die im Baualltag leider keine Seltenheit ist.

Unter Anleitung eines erfahrenden Ausbildungsleiters von Heavy Rescue Germany wurden die Teilnehmer geschult, wie im Ernstfall schnell, sicher und effektiv gehandelt werden muss. Neben der technischen Rettung stand vor allem die richtige Abstützung und Absicherung von Arbeitsgräben im Fokus.

Ein sogenannter „Safety Officer“ sensibilisierte während der Übungen aus der 2. Reihe für Risiken an der Einsatzstelle und rettet im Ernstfall Leben.

Mit den richtigen Vorkehrungen sind Unfälle und schwere Verletzungen vermeidbar. Deshalb war es unser Ziel, die beteiligten Einsatzkräfte – in praxisnahen Situationen zu schulen und für die realen Gefahren zu sensibilisieren.

Das Advanced-Seminar richtete sich gezielt an Einsatzkräfte mit bereits gesammelter Einsatzerfahrung. Durch anspruchsvolle Übungen unter Zeitdruck konnten die Teilnehmer nicht nur ihre praktischen Fähigkeiten vertiefen, sondern auch neue Methoden zur Eigensicherung und Teamkoordination erlernen.

Besonders hervorgehoben wurde dabei der Austausch von Erfahrungswerten unter den Teilnehmenden – denn jede Rettungssituation ist einzigartig.

Alle Anwesenden zeigten sich mit dem Verlauf des Seminars sehr zufrieden. Es lies sich zeigen, wie wichtig solche Fortbildungen sind. Die Teilnehmer haben extrem wertvolle Erfahrungen gesammelt, die sie in ihrem Feuerwehr Alltag anwenden können.

Ein zentrales Ergebnis des Seminars:

Der Schutz der Einsatzkräfte beginnt nicht erst beim Einsatz – sondern bereits in der Planung, Vorbereitung und Schulung. Die richtige Abstützung rettet Leben – und kann den Unterschied zwischen einem glimpflich verlaufenden Zwischenfall und einer tödlichen Tragödie ausmachen.

Über Heavy Rescue Germany:

Heavy Rescue Germany ist ein führender Anbieter für die Aus- und Weiterbildung von Rettungskräften und technischen Einsatzteams. Mit praxisnahen Szenarien und internationalem Know-how vermittelt das Team Wissen auf höchstem Niveau – insbesondere in den Bereichen Technische Hilfeleistung, Tiefbauunfälle und Spezialrettung.

Weitere Informationen zu der Fachgruppe Tiefbauunfälle der Feuerwehr Rodenberg:

https://feuerwehr-rodenberg.de/ansprechpartner/fachgruppen/tiefbauunfaelle

DU. WIR. FÜR ALLE.

Erweiterte Möglichkeiten der technischen Hilfeleistung durch neues Paratech Abstützsystem

Neubeschaffung eines Abstützsystems für den Tiefbauunfall und das Heben von schweren Lasten.

Es war nötig geworden nach über 30 Jahren Teile der Beladung an den Stand der Technik anzupassen. Dazu gehörten unter anderem auch Komponenten für das Abstützen und Anheben, die nun durch ein System der Firma Paratech ersetzt wurden.

Das Paratech-System ist derzeit das modernste und innovativste System zum Heben und Abstützen von schweren Lasten von bis zu 36 Tonnen pro Stütze. Die einzelnen Stützen bestehen aus einem hochfesten Aluminium, welche teleskopierbar sind. Ein Dreckunempfindliches Grobgewinde in Verbindung mit einer Sicherungsmutter ermöglicht es die Stützen im Handumdrehen zu sichern. Verschiedene Kopf- und Bodenplatten sind für die verschiedensten Einsatzlagen in ausreichender Menge vorhanden.

Ein weiteres Alleinstellungsmerkmal ist die Druckluftunterstützung der Rettungsstützen. Damit kann bei verschütteten Personen eine Erstsicherung zügig und ohne betreten der ungesicherten Grube erfolgen. Dazu werden sogenannte Tiefbautafeln in die Grube gelassen und mit den Stützen an den Außenwänden versteift. Die vielseitigen Einsatzmöglichkeiten die einfache Handhabung und die Robustheit überzeugen auf ganzer Linie.

Nach der Ersteinweisung der Führungskräfte erfolgte in den folgenden Wochen die Unterweisung der weiteren Einsatzkräfte. Denn jedes neue System erfordert auch eine neue Ausbildung, um es im Ernstfall schnell und sicher anwenden zu können.

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