Zum Abschluss der Dienstreihe setzte unser Ortsbrandmeister ein kleines i-Tüpfelchen. Übungslage: eine Person unter Baumstamm, Auto und LKW eingeklemmt. Wir mussten sowohl den LKW mittels Rettungsstützen, als auch den PKW mit einem Multiforce Hebekissen anheben. Um den Stamm zu heben, wurde er mit dem PKW mittels mehrerer Spanngurte zu einem Paket verbunden. Alle Aktionen müssen gut aufeinander abgestimmt sein.
Alles nochmal enger und herausfordernder. Erkenntnisse: wenn kleinere Rettungsstützen zum Sichern eingesetzt werden, haben diese auch eine geringere ausfahrbahre Stützhöhe. In dem Fall kann eine vorbereitete, größere Stütze nachgesetzt werden.
Alles zu unrealistisch? Gibt’s nicht bei der Feuerwehr…
Heute vor 50 Jahren wurde erstmals ein Rüstwagen bei der Feuerwehr Rodenberg in den Dienst gestellt.
Aufgrund der extrem ansteigenden Anzahl von Verkehrsunfällen und Unfalltoten zu Beginn der 1970er-Jahre beschaffte der Landkreis Schaumburg im Jahr 1975 einen kreiseigenen Rüstwagen (RW 2–Öl).
Der Mercedes-Benz 1113 „Kurzhauber“ mit Ziegler-Aufbau wurde bei der Feuerwehr Rodenberg stationiert und am 20.11.1975 offiziell übergeben sowie in den Dienst gestellt.
Bereits im ersten Jahr wurde die speziell ausgebildete Besatzung mit dem Rüstwagen allein 24-mal alarmiert, um eingeklemmte Personen aus verunfallten Fahrzeugen zu befreien. Der Einsatzradius erstreckte sich damals auf der A2 von Wunstorf in Richtung Osten bis zur nordrhein-westfälischen Landesgrenze im Bereich Porta Westfalica in Richtung Westen.
Während der 25-jährigen Einsatzzeit des ersten Rüstwagens gab es zwei besonders herausfordernde Zeiträume. Nach dem Mauerfall im November 1989 und der daraus resultierenden Wiedervereinigung nahm der Verkehr aus dem Ostblock sehr stark zu.
Des Weiteren waren die Jahre 1996–1999 sehr unfallträchtig. In dieser Zeit wurde die A2 für die Expo 2000 in Hannover dreispurig ausgebaut. In diesen Jahren waren 40–50 schwere Verkehrsunfälle auf der A2 und den umliegenden Bundes- und Landesstraßen rund um Rodenberg keine Seltenheit.
Im September 2000 wurde der mittlerweile vom Landkreis Schaumburg an die Samtgemeinde Rodenberg übergebene Rüstwagen durch ein neues Fahrzeug ersetzt.
Der moderne Rüstwagen von MAN mit Magirus-Aufbau bot vor allem deutlich mehr Platz und eine bessere Motorleistung. Die Rettungstechnik auf dem Fahrzeug wurde in den letzten Jahren ständig verbessert und angepasst.
Da auch dieser Rüstwagen inzwischen seit 25 Jahren im Dienst ist, läuft aktuell die Ersatzbeschaffung. Die Auslieferung des dann bereits dritten Rüstwagens in Rodenberg wird in etwa zweieinhalb bis drei Jahren erwartet.
Am 27. August 2025 fand ein intensives Tagesseminar zum Thema schwere technische Hilfeleistung mit dem Schwerpunkt Kettenrettung statt. Einsatzkräfte der Feuerwehr konnten praxisnah auf die Herausforderungen bei komplexen Verkehrsunfällen vorbereitet werden.
Das Seminar richtete sich insbesondere an Feuerwehrangehörige, die regelmäßig bei Verkehrsunfällen mit eingeklemmten Personen zum Einsatz kommen. Schwerpunkt war die effektive Menschenrettung aus verunfallten PKW und LKW, insbesondere unter erschwerten Bedingungen.
Das zentrale Thema war die Kettenrettung, eine bewährte Methode zur schnellen und kontrollierten Befreiung eingeklemmter Personen bei massiv deformierten Fahrzeugen. Auch bekannt unter Oslo-Methode – ein taktisches Vorgehen, das sich besonders bei der Rettung aus LKW-Fahrerkabinen bewährt hat.
Bei der Feuerwehr in Rodenberg wird dieses Verfahren bereits seit Anfang der Siebzigerjahre angewandt. Seit dem kam es bis heute zu gestiegenem Verkehr, besonders einer Vervielfachung des LKW-Verkehrs und damit ansteigenden Zahlen von schweren Verkehrsunfällen auf der Bundesautobahn 2.
Neben fundierter Theorie stand vor allem die praktische Anwendung im Vordergrund: Die Teilnehmenden arbeiteten an realitätsnahen Szenarien mit entsprechendem Übungsmaterial, um unter Anleitung eines erfahrenen Ausbilders von Heavy Rescue Germany verschiedene Rettungstechniken umzusetzen. Dabei kamen verschiedene Arten von Anschlagmitteln und Spezialwerkzeuge zum Einsatz.
Ziel des Seminars war es, die Handlungssicherheit und Effizienz der Einsatzkräfte im Ernstfall weiter zu erhöhen – immer mit dem Fokus auf die schnelle und schonende Rettung von Menschenleben.
Das Seminar war ein wertvoller Beitrag zur Aus- und Fortbildung im Bereich der „Schweren Technischen Hilfeleistung“.
Wir möchten uns ganz herzlich bei den Unterstützern der Feuerwehr, die bei der Umsetzung dieser Veranstaltung geholfen haben, bedanken:
Die Fortbildung mit Heavy Rescue Germany bot eine wertvolle Gelegenheit, Sicherheit und Effizienz bei Einsätzen im Bereich der schweren technischen Hilfeleistung deutlich zu verbessern. Neben fundiertem theoretischem Wissen lag ein besonderer Schwerpunkt auf der praktischen Schulung im Umgang mit der Seilwinde. Die maschinelle Zugeinrichtung bietet in vielen Einsatzszenarien einen entscheidenden taktischen Vorteil.
Schulung für Aus- und Weiterbilder an den Standorten
Die theoretischen Grundlagen wurden von HRG im Rahmen eines hybriden Formats über Webinare vermittelt. Behandelt wurden unter anderem: • die Funktionsweise von Seilwinden • verschiedene Methoden zum sicheren Anschlagen von Lasten • sowie zentrale Sicherheitsaspekte wie gesetzliche Vorgaben, Sicherheitsabstände und Gefahrenbereiche.
Praxisorientiertes Training vor Ort
Im praktischen Teil lag der Fokus auf: • der richtigen Positionierung der Einsatzfahrzeuge • dem korrekten Anschlagen und Bewegen von Lasten • dem sicheren Bedienen der Winde unter unterschiedlichen Bedingungen • sowie der klaren und effektiven Kommunikation zwischen den Einsatzkräften.
Unser Fazit zum Seminar
• Mehr Sicherheit im Einsatz: Geschulte Einsatzkräfte können Seilwinden sicherer und gezielter einsetzen – das senkt das Unfallrisiko für Feuerwehrangehörige und betroffene Personen erheblich. • Gesteigerte Einsatzfähigkeit: Die Trainingsmaßnahmen erhöhen die Effizienz im Umgang mit der Winde und ermöglichen ein schnelleres, erfolgreicheres Arbeiten im Einsatz. • Stärkung von Motivation und Teamgeist: Gemeinsames Lernen und Üben fördert nicht nur das Können, sondern auch den Zusammenhalt und die Motivation innerhalb der Mannschaft.
Zu Beginn des Rescue Days erhielten die Auszubildenden im Theorieteil eine Einführung in den Grundsätzen der Feuerwehr bei der Technischen Hilfeleistung. Dabei wurden Sie über die Führungsstruktur der Feuerwehr informiert und mit der Raumordnung an Einsatzstellen vertraut gemacht. Gleichzeitig erhielten die Teilnehmer der Feuerwehr ein Update in den Algorithmen des Rettungsdienstes.
Im anschließenden Praxisteil wurden mehrere realitätsnahe Übungsszenarien nacheinander abgearbeitet.
Die für den erfolgreichen Ablauf eines Rettungseinsatzes besonders wichtige
Kommunikation zwischen den beteiligten Einsatzkräften und den Patienten stand besonders im Fokus.
Des Weiteren stand der Umgang mit hydraulischem Rettungsgerät und anderen Gerätschaften zur technischen Hilfeleistung im Mittelpunkt. Die angehenden Notfallsanitäter erfuhren zusätzlich, welche Möglichkeiten ihnen auch ohne Feuerwehr zur Verfügung stehen, um einen Zugang zum Patienten in einen verunfallten PKW zu erhalten.
Dank der strukturierten Vorbereitung der Praxisanleiter des DRK Rettungsdienstes und die Präsenz von Schauspielpatienten konnten sich die Übungsteilnehmer langsam an die physischen und psychischen Belastungen bei schweren Unfällen gewöhnen.
In den Übungen konnten die Einsatzkräfte wertvolle Erfahrungen sammeln und auf den anspruchsvollen Alltag im Beruf und im Ehrenamt vorbereitet werden.
Diese interdisziplinäre Zusammenarbeit von Feuerwehr & Rettungsdienst fördert das gegenseitige Verständnis der verschiedenen Fachbereiche untereinander und ermöglicht eine zielgerichtete Ausführung, welche allen Beteiligten und besonders den Verletzten und Betroffenen zu Gute kommt.
Abschließend möchten wir uns nochmal herzlich bei Familie Dreyer und dem ortsansässigen Abschleppdienst Görnhardt bedanken, die uns regelmäßig mit Spezialgeräten unterstützen.
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