VU 1 eingeklemmte Person

Datum: 6. Oktober 2017 
Alarmzeit: 6:38 Uhr 
Alarmierungsart: DME 
Dauer: 1 Stunde 42 Minuten 
Art: VUK 
Einsatzort: BAB 2 Lauenau-Rehren 
Fahrzeuge: ELW, HLF 20, LF 20, RW 2 
Weitere Kräfte: 2 RTW Rodenberg, FF Lauenau, NEF Bad Münder 


Einsatzbericht:

Einsatz BAB2: Verkehrsunfall mit eingeklemmter Person // von Feuerwehr befreit // Patient verstorben

Es ist ein Bild, das wir leider häufig sehen und zur traurigen Routine geworden ist. Auf der A2 zwischen Lauenau und Rehren bildet sich ein Stau. Nach ersten Erkenntnissen übersieht ein Sprinterfahrer das Stauende und fährt auf einen stehenden LKW auf.

Der Sprinter wird im Frontbereich schwerst deformiert und klemmt unter dem LKW fest. Der Fahrer ist erheblich eingeklemmt. Der Notarzt stellt Lebensgefahr für den Fahrer fest und ordnet eine schnellstmögliche Rettung an. Es beginnt eine sogenannte Crashrettung, im Zuge dessen die Maßnahmen auf Schnelle ausgelegt sind und auch ein wenig rabiater sein müssen.
Ein Kamerad übernimmt die Leitung der technischen Rettung am Fahrzeug – mit allen anderen Kameraden wird Hand in Hand gearbeitet, um den Fahrer zu befreien.

Es werden mehrere Pläne ergriffen, wie der Fahrer befreit werden könnte: entweder durch die Fahrertür oder durch den Laderaum. Im Folgenden wird von den beiden Rüstzügen der Feuerwehr Lauenau und Rodenberg an vier Stellen parallel gearbeitet. (1.) Mittels Rettungswinde wird der Sprinter unter dem LKW hervorgezogen. Anders ist kein schneller Zugang möglich. (2.) Durch den Laderaum soll eine Zugangsöffnung geschaffen werden. Glücklicherweise ist das Fahrzeug unbeladen. Die Hecktür wird mittels Spreizer geöffnet und die Trennwand zum Fahrraum entfernt. Der Rettungsdienst kann den Patienten versorgen.
(3./4.) Im Frontbereich muss der Fahrer entklemmt werden. Daher werden von beiden Seiten hydraulische Rettungssätze eingesetzt, um der Deformierung entgegen zu arbeiten. Es kommen Scheren, Spreizer und Rettungszyliner zum Einsatz.

30 Minuten nach der Alarmierung ist der Fahrer befreit. Die Arbeit im Fahrerbereich hat den Fahrer entklemmen können, während im Laderaum eine Möglichkeit geschaffen wurde, den Fahrer herauszuziehen. Trotz aller Bemühungen schwebte der Fahrer bei der Rettung weiter in Lebensgefahr und verstarb leider kurze Zeit später nach Angaben der Polizei. Im Einsatz waren ca. 50 Kameraden der Feuerwehr, des Rettungsdienstes und der Autobahnpolizei. Der Einsatz ist beendet, jedoch mussten wir uns noch durch den vorherigen Rückstau durchkämpfen um die Autobahn wieder verlassen zu können.

Rettungsgassen retten Leben-

Bildquellen: FFW Rodenberg