Unwettereinsätze Sturm Friederike

Datum: 18. Januar 2018 
Alarmzeit: 11:45 Uhr 
Alarmierungsart: DME 
Dauer: 8 Stunden 
Art: T1 
Einsatzort: Rodenberg 
Fahrzeuge: ELW, GW-L, HLF 20, Kdow Gemeindebrandmeister, LF 20, MTW1, RW 2 
Weitere Kräfte: alle Feuerwehren der SG Rodenberg 


Einsatzbericht:

Spätestens wenn man bedenkt, dass der letzte Jahrhundertsturm „Kyrill“ erst elf Jahre her ist, bestätigt sich, dass Unwetterereignisse auf Grund des Klimawandels immer weiter zunehmen. Gestern war halb Deutschland betroffen, demnach auch der Landkreis Schaumburg und die Samtgemeinde Rodenberg.

In Summe kommen wir in der SG derzeit auf 48 Einsätze in der Zeit von 12 bis 19 Uhr. Nach unserem Kenntnisstand haben sich glücklicherweise keine Bürger oder Einsatzkräfte verletzt. Leider sind zwei Feuerwehrkräfte in Ausübung ihrer ehrenamtlichen Tätigkeit in Deutschland verstorben. Hier zeigt sich, dass wir mit allen Mittel versuchen, die Sicherheit an erster Stelle zu setzen. Ein Restrisiko bleibt jedoch immer. Wir wünschen den Angehörigen viel Kraft in dieser schweren Zeit.

Sicherheit steht an oberster Stelle

Mit dem Stichwort „Sicherheit“ wollen wir Ihnen erklären, wie ein solcher Großeinsatz abläuft. Denn vieles bleibt hier für den Bürger im Verborgenen. Da der Sturm verlässlich vorhergesagt wurde, haben wir bereits am Vortag unsere Kettensägen und unsere Einsatzbereitschaft überprüft. Am Tag der Unwetters wurde von der Rettungsleitstelle in Stadthagen, sowie den Führungskräften auf Kreis- und Samtgemeindeebene entschlossen sogenannte örtliche Einsatzleitungen einzurichten. Hierbei wurde jeweils Feuerwehrhäuser als lokale „Mini-Leitstellen“ eingesetzt. Die Rettungsleitstelle in Stadthagen hat die Einsätze telefonisch entgegengenommen und per Fax an diese örtlichen Einsatzkräfte weitergeleitet.
Einsätze werden nach Priorität abgearbeitet
Hier wurde nun entschieden, welche Kräfte, mit welcher Priorität, wo eingesetzt werden. Hier gehen Einsätze vor, die eine unmittelbare Gefahr für Menschen, Tiere oder Sachwerte bedeuten. Das kann zur Folge gehabt haben, dass wir gestern Bäume, die beispielsweise ohne weitere Gefährdung auf Feldern oder abgeschlossenen Grundstücken lagen, nicht entfernt haben. Hier liegt die Aufgabe nun bei den Besitzern entsprechende Fachfirmen zu beauftragen.
Bemerkenswert ist bei diesen Lagen auch, dass die Ortsgrenzen aufweichen. Es geht nicht zwangsläufig darum, welche Feuerwehr zuständig ist, sondern welche Kräfte verfügbar sind. So halfen Kräfte der Ortsteile in Rodenberg aus, während andersrum Kräfte aus Rodenberg oder Lauenau in den kleineren Ortsteilen zur Unterstützung tätig wurden. Vielen Dank für die gute Zusammenarbeit.
Welche Einsatzmeldungen erreichten uns an diesem Tag?
– Klassischerweise umgestürzte Bäume auf Straßen oder solche die zu Fallen drohten.
– Bäume, die auf Gebäude oder Garagen gefallen sind.

– Dächer, die durch den Sturm beschädigt oder gar abgedeckt wurden.
– Kontrolle der Hochwassereinrichtungen, sowie eine Störungsbehebung.
Welche Mittel halten wir für solche Lagen vor?
Wir halten übliche Geräte wie Motorsägen, Leitern oder Pumpen vor. Darüber hinaus besitzen wir Sondergeräte, wie beispielsweise den Rüstwagen. Dieser konnte mit seiner Seilwinde eingesetzt werden, um einen Baum zur Seite zu ziehen. Zudem gibt es in der Samtgemeinde Kräfte der Absturzsicherung und Höhenrettung, die gesichert in Höhen und Tiefen arbeiten können. Eine Drehleiter hält die Feuerwehr Bad Nenndorf vor – wir konnten jedoch alle Lage mit unseren Mittel bewältigen.
Schlussendlich sagen wir als Feuerwehr unseren eigenen Kräften „Danke“. Nicht vergessen möchten wir unbedingt die für den Bürger „unsichtbaren“ Kräfte: die Mitarbeiter der Rettungsleitstelle und die Einsatzkräfte in den Feuerwehrhäusern, die Einsätze koordinierten oder die Verpflegung sicherstellen. Nicht zu vergessen sind auch die Eltern, Großeltern oder Lebenspartner, die während des Einsatzes die Familien betreut haben. Eine Sache betonen wir dabei immer gerne: alle Feuerwehren im Landkreis tun dies ehrenamtlich.
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