Schaumseminar mit den Unternehmen Dr. Sthamer & Thürnau Feuerwehrbedarf im Feuerwehrhaus Rodenberg // Spezielles Netzmittel- Strahlrohr in der Erprobung

Die Bekämpfung von Bränden zählt zu den Uraufgaben der Feuerwehren und wird seit der Gründungszeit der Brandbekämpfer mit Wasser durchgeführt. Im Laufe der Jahrzehnte haben sich immer wieder neue Löschmittel entwickelt, um Brände möglichst schnell und effektiv bekämpfen zu können. Auch wenn Wasser gegenwärtig immer noch das Löschmittel „Nummer Eins“ ist, hat sich in den letzten Jahren dennoch eine Entwicklung gezeigt, welche die Effektivität steigern kann:  „Netzmittel“.

Was ist Netzmittel?

Bevor wir jetzt mit vielen Fachausdrücken um uns schmeißen, kann die Thematik mit einem Alltagsgegenstand allen Nichtfeuerwehrlern einfach erklärt werden: der Seife.
Sowohl Seife als auch Netzmittel nehmen dem Wasser die Oberflächenspannung und führen folglich zu einem besseren Eindringvermögen. Als Netzmittel werden normalerweise Schaummittel verwendet – sie werden dann lediglich niedriger dosiert und keine Luft zugemischt. Dadurch können Feststoffbrände besser gekühlt und mit geringerem Wasserverbrauch gelöscht werden. Löschwasserschäden durch abfließendes Löschwasser lassen sich vermindern, wenn das Wasser gezielt in das Brandgut eindringt und nicht aufgrund der Oberflächenspannung hauptsächlich abfließt. Auch die Menge an Schaummittel kann so reduziert werden, sodass die Umwelt geschont werden kann.

Das „Netzmittel“ in Verbindung mit Wasser kann also bei bestimmten Einsatzlagen zur effektiveren, umweltschonenderen und kosteneffizienteren Brandbekämpfung eingesetzt werden.

Anfang August fand im Feuerwehrhaus Rodenberg daher ein Workshop zum Thema „Schaum gegen Feuer“ statt. Martin Gorski von der Firma Dr. Sthamer hat über interessante Aspekte zum Thema Schaum referiert. Er hat verschiedene Schaumarten vorgestellt und ist auf die Anwendungsgebiete der einzelnen Sorten eingegangen.  Es ist zum Beispiel so, dass man bei Bränden von Alkoholen spezielles Schaummittel benötigt, da solche Feuer nicht mit allen Schaumsorten gelöscht werden können.

Nach der Theorie wurde eine Schaumpistole praktisch in Betrieb genommen und die Funktion gezeigt.

Aktuell hat die Feuerwehr Rodenberg ein spezielles Strahlrohr für „Netzwasser“ auf einem Löschfahrzeug zur Erprobung. Hier kann über einen kleinen am Strahlrohr angebrachten Kanister dem Löschwasser direkt das Netzmittel zugeführt werden.

In der vergangenen Nacht haben wir es auf der Bundesautobahn 2 bei einem Fahrzeugvollbrand zum Einsatz gebracht.

 

Aktuelles aus dem Einsatzdienst: